Thermografie in der Wundversorgung und Dekubitusprävention
Objektive Temperaturinformationen für frühe Risikoerkennung, Wundmonitoring und Therapieverlaufskontrolle.

Warum die visuelle Inspektion allein nicht immer ausreicht.
Schäden beginnen unter der Haut
Druck- und Scherkräfte schädigen tieferes Gewebe, bevor die Hautoberfläche Veränderungen zeigt.
Dunkle Hauttöne
Rötungen sind bei pigmentierter Haut schwerer zu erkennen.
Subjektive Beurteilung
Einschätzungen variieren zwischen Personen und Schichten und sind schwer vergleichbar.
Lückenhafte Dokumentation
Fotos und Notizen zeigen den Verlauf von Durchblutung und Entzündung nur begrenzt.
Ein objektiver Messwert zusätzlich zur Inspektion.
Objektive Temperaturinformation
Messbare Werte in definierten Regionen statt rein visueller Einschätzung.
Wiederholbare Dokumentation
Standardisierte Wärme- und Fotobilder in der Patientenakte.
Frühwarnung
Temperaturauffälligkeiten als Anlass für eine gezielte klinische Abklärung.
Therapiemonitoring
Verlauf von Wundheilung und Durchblutung nachvollziehbar machen.
Vergleich über die Zeit
Bis zu vier Bilder nebeneinander vergleichen.
Was Temperaturunterschiede anzeigen können.
- · Ischämische Wunden (DFU, Dekubitus)
- · Lappen- und Transplantatmonitoring
- · Angiologische Überwachung (pAVK)
- · Trauma
- · Hinweise auf Wundinfektion
- · Postoperative Wundinfektion (SSI)
- · Charcot-Fuss
- · Entzündliche Hautveränderungen
Einsatzbereiche in der Wundversorgung.
Dekubitusprävention
Risikostellen bei immobilen Patientinnen und Patienten regelmässig erfassen.
Diabetische Fussulzera
Entzündungs- und Perfusionsmuster rund um das Ulkus beobachten.
Wundheilung
Heilungsverlauf objektiv dokumentieren und vergleichen.
Vaskuläres Monitoring
Perfusionsbezogene Temperaturmuster im Verlauf beurteilen.
Chirurgische Wunden
Postoperative Temperaturmuster als Ergänzung zur Wundkontrolle.
Lappen & Transplantate
Temperatur von Lappen und Spenderstellen mit dem umliegenden Gewebe vergleichen.
Verläufe aus der klinischen Praxis.
Diabetiker mit verminderter Perfusion – Heilung nach Zehenamputation



Reibung durch neue Einlage erkannt und behoben



Sakrale Druckverletzung bei bettlägerigem Patienten
Die Wundtemperatur entsprach nahezu der umgebenden gesunden Haut. Laut der behandelnden Klinik sind Differenzen nahe 0 °C in diesem Setting ein Hinweis auf eine kurzfristige spontane Reepithelisierung – ein prognostischer Hinweis, keine Gewissheit.
Bypass- und PTA-Verlauf über mehrere Monate




Seriell aufgenommene Wärmebilder dokumentierten den Verlauf nach Bypass links und PTA rechts; bei der Graftkontrolle war die Situation in beiden Füssen stabil.
Freier Lappen und Spenderstelle postoperativ beurteilt


An der Spenderstelle zeigte sich eine deutliche Temperaturdifferenz. Bei der darauf früher angesetzten Revision wurde devaskularisierter Muskel gefunden und revaskularisiert.
Fallbeispiele: Antti Juntunen (TAYS), Astrid Probst (Klinikum Am Steinberg), Arjaleena Ilo (OYS). Einzelfälle, keine Aussage zur allgemeinen Wirksamkeit.
Klinische Referenzen.
Erprobung zur Dekubitusprävention im Pflegeheim
Zwei Pflegefachpersonen integrierten das Thermografiesystem während eines vierwöchigen Versuchs in ihre Abläufe zur Dekubitusprävention.
Integration in die Pflegeroutine
Vierwöchige Pilot- und Erprobungsphase in einem Pflegeheim; Folgebericht zur Integration in die tägliche Pflege.
Temperaturmonitoring beim diabetischen Fuss
Für Menschen mit moderatem oder hohem Ulkusrisiko empfiehlt die IWGDF, eine tägliche Temperaturselbstmessung in Betracht zu ziehen.
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Thermografie unterstützt Beurteilung und Verlaufskontrolle. Sie ersetzt weder die klinische Untersuchung noch etablierte Präventions- und Behandlungsprotokolle und garantiert nicht die Vermeidung von Druckverletzungen.